Bildungsstreik in Essen – Schüler hui, Studenten pfui!

Heute fand ein Bildungsstreik in Essen statt. Zunächst ein Schülerstreik von 10-11.30 vom Hauptbahnhof zum Universitätscampus. Dort fand die offizielle Abschlusskundgebung statt, um 12:00 sollte dann die Studentendemo anschließen. Die Stimmung war super. Bei der ersten Demo ging die Zahl 2500 durch die Reihen, die Polizei zählte dagegen 2000. Vor der zweiten Demo haben Studentengruppen und solidarische Schüler, die sich den Studentenprotesten anschließen wollten, die Hörsäle der Universität teilweise besetzt und Unterstützung von den dort sitzenden Studenten gefordert. Der Erfolg hielt sich leider in Grenzen. Als ca. 50 Demonstranten einen Hörsaal mit etwa 150 Studierenden betreten hatte und gemeinsam zur Demo gerufen hatte, standen zwei, wirklich zwei Studenten auf. Soviel zum Thema Studentenbewegungen – womöglich bleibt es eine Legende der 68er. Entsprechend gering war die anschließende Demo besucht. Die Polizei zählte hier lediglich 1000 Demonstranten, also rund die Hälfte – und das trotz Solidarisierung von Schülern und, was mich besonders erfreut hat, ErzieherInnen, die ja bekanntlich auch gerade streiken.

Ich muss daher mal ein deutliches Fazit ziehen: Schüler hui, Studenten pfui! Es haben sich tatsächlich mehr Schüler zusammengefunden als Studenten, und die Repressionen gegen Schüler deutlich größer sind als die gegen Studenten. Studenten können ja bekanntlich kommen und gehen wann sie wollen – die Anwesenheit wird nicht kontrolliert. Einem Schüler können unentschuldigte Fehlstunden auf dem Zeugnis dagegen beruflich das Genick brechen. Teilweise sollen Schulleiter auch Tadel und sogar Disziplinarkonferenzen bei Unterrichtsboykott angedroht worden sein, was weit überzogen ist. Zudem sind gerade jüngere Schüler (die übrigens auch zahlreich vertreten waren) noch von der Gunst der Eltern abhängig: Einige Eltern verbieten ihren Kindern den Schulboykott oder die Demo. Entweder aus politischen Gründen oder aus Sorge, es könne etwas passieren (man hört ja immer wieder von Krawallen auf Demos…). Zumindest in letzterem Punkt kann ich die Eltern aber beruhigen – der Tag lief absolut friedlich und bis auf einen kleinen Ärger nach der Demonstration (den ich gar nicht mehr mitbekommen hatte), gab es keinerlei Zwischenfälle.

Studenten, schämt euch!

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